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- Nachrichtenregiment-14 -

 
 
- Ladeburg 5 / Objekt 5020
 
 
 
  Zum Objekt 5000 - Bunkeranlagen ( Führungsstelle Prenden) des Nationalen Verteidigungsrates der DDR - gehörte auch ein Objekt 5020.
Wir wollen hier keine Ausführungen zu den Objekten 5000 ausführen- lediglich die Aufgaben und Fm-Verbindungen der LSK/LV hervorheben.

In diesem Objekt 5020 wurde ein großer Hubschrauberlandeplatz ( HULAP) der Führungsstelle des Nationalen Verteidigungsrates bei Prenden ( nordöstlich Berlins) betrieben ( Piste gut 200 Meter ).
Taktische Bezeichnung war "Ladeburg 5"- oder im Funk "Platz-5".
Es waren Stellplätze für mehrere Hubschrauber vorgesehen.
Seitens der LSK/LV war das TG-44 Marxwalde für die fliegertechnische Sicherstellung zuständig.
Ein Hubschrauber Mi-8 stand in ständiger Einsatz-Bereitschaft auf dem Flugplatz Marxwalde.
Durch das TG-44 wurden sowohl die Hubschrauber gestellt - als auch Personal zum Dauerbetrieb des Tower bereitgestellt.

Da diese Sicherstellung und die Führung der Einsätze bestimmte Personengruppen des Kdo LSK/LV direkt betraf und zudem zur Sicherstellung des Ministers für Nationale Verteidigung diente, war mit Inbetriebnahme des HULAP auch eine Fernsprechverbindung zum Kdo LSK/LV mit der Bezeichnung XF 126394 bereitgestellt.
Mindestens 1x wöchentlich war Probeanfliegen des HULAP.
Auf Grund der Geheimhaltung und des begrenzten Personenkreises wurde diese Fernsprechleitung auf die Führungsvermittlung mit dem Umsetzer/Rufnummer: 655 aufgeschalten.
Nutzer der Führungsvermittlung waren bis auf die außenliegenden Nebenstellen ausschließlich Offiziere und Generale des Kdo LSK/LV in ihren Diensträumen bzw. auf deren Arbeitsplätze in der HFS-5.
Für das TG-44 war die Rufnummer 345 und für das VS-14 die Rufnummer 308 bereitgestellt- damit konnten deren Flugplanung / Führungsstelle auch direkt den Flugleiter/ Tower in Ladeburg 5 erreichen.
Gleiches galt für den Personenschutz des MfS in Berlin-Weißensee, der sich ebenfalls dorthin einwählen konnte.
Dem Fernsprechpersonal der Nachrichtenzentrale im Kdo LSK/LV waren die Hintergründe von Ladeburg 5 nicht bekannt - nur der Hinweis auf "Vorrang" dieser Vermittlungsleitung.

Zur Tarnung war der HULAP so angelegt und "offiziell" auch dargestellt, als sei es der Landeplatz des naheliegenden Stabes der 41. Fla-Raketenbrigade ( 41. FRBr) in Bernau-Ladeburg. Daher auch die Bezeichnung " Ladeburg 5".
Nur zu diesem Zwecke der " Legende" wurde eine eigene Zuwegung vom HULAP zum Objekt der 41. FRBr gebaut.
Einsatzunterlagen für den Verteidigungszustand in Bezug auf die Sonderstellung der 41. FRBr und des JG-8 in der Berliner Gruppierung- weisen diesen Hubschrauberlandeplatz auch als Zielplatz für Hubschrauber des Befehlshabers der LSK/LV in der Berliner Gruppierung aus.

Zuständig für die Ausstattung des HULAP Ladeburg-5 in Sachen Nachrichten-und Flugsicherungstechnik waren das NFWL-14 und das NR-14.
Durch das NFWL-14 erfolgte die Ausstattung des Towers und des Flugfeldes sowie des Nahmarkierungspunktes (NMP-1000m).

Für den Tower:
Flugfunkstation R-831, Flugfunkstation R-809 für K21 Funk, Flugfeuerüberwachungsempfäger EFÜ01, 2x Drahtmagnetbandgerät MN-61 zum mitaufzeichnen der Flugfunkgespräche, Wolkenhöhenmesser, Windmesser.
Im Tower erfolgte der Aufbau von EMS-Pulten nebst dortigem Einbau der Bedienkassetten für die Technik in der Kanzel sowie Dienstverbindungsgeräten DVG.
Auf diesem DVG wurden z.Bsp. aufgeschalten die Vermittlungsleitung zum Kdo LSK/LV, Dienstleitung zum NMP, Nebenstellenrufnummer des Bunkers Prenden...
Die GDFL ( gedeckte Flugleitung) wurden mit separaten Funkantennen für die dort aufgestellten Flugfunkgeräte ausgestattet.

Für das Flugfeld:
Zwei Landescheinwerfer APM-90 stationär und fernschwenkbar ; eine Swetlutschka; Bahnbefeuerung mit R-15 Leuchten; Markierung des Landeweges mit MLOK-Scheinwerfer, Windsack, Landekreuz,
Auf dem Landepfad, etwa 100m vor Beginn der Platzfläche befand sich ein Lichlandemittel aus dem westlichen Ausland des Typs Gleitwinkelfeuer PLASI.
Nachgerüstet von einer Spezialfirma im Zusammenhang dortiger vorgesehener Landung BRD Regierungshubschrauber - der ja mit der übrigen SU/DDR-Technik nichts anfangen konnte.
PLASI war eine blinkendes Befeuerungsanlage für den Einsatz bei unter 200m Anflugzone.

Für den 1000m Punkt:
1x Funkfeuerkomplex APR-8, Marker MRM,-70, 1x Codeleuchtfeuer KNS-4P, 1x Funkempfänger R-870 für K21 Funk, Feldfernsprecher FF-63 für die Dienstverbindung zum Tower, Netzersatzanlage.
Das KNS-4P war ein auf Kfz aufgerüstetes Codeleuchtfeuer- bei Ausbau vom Kfz und Solo Einsatz im Bunker wurde es dann zum KNS-4U.
Die Antennenanlage des Funkfeuers wurde an 20-Meter Masten ( Typ WS-70) in 20 Meter Höhe montiert.
Einsatztests in niedrigerer Höhe hatten keine hinreichende Wirkung.
Das Antennensystem war eine bekannte 70 Meter lange T-Antenne mit 3 horizontalen Drähten.
die Fernbedienung erfolgte nicht wie üblich über FCS-421, sondern in Einzelansteuerung über gesonderten vielpaarigen Kabel.
Der 1000m-Punkt wurde mit einer HSA umgeben und gesichert. Die Steuerung/ der Schaltkasten befand sich in einem kleinen Häuschen nach der ersten Umzäunung.

Aus den Erinnerungen eines Mitwirkenden wurde hinsichtlich der Antennen des Funkfeuers nicht optimal verlegt. Da die Ausführungen zu den Antennen und den Gegengewichten nicht optimal gelöst war im Bunker des NMP..
Diese verliefen über längere Distanz dict und parallel zueinander. Mit der Folge von Reichweitenverlusten des Funkfeuers.
Um diesen Zustand zu beheben, wurden vom NFWL-14 Personal über dem Sender in der Bunkerdecke des Bauwerkes neue Antennen und Gegengewichtsausführungen geschaffen.
Zu deren Abdichtung dann eine Abdeckung mit Durchführungsisolatoren gesetzt wurde.
Ersichtlich unter

Fotos bei Bauermel



Als möglicher Ersatz für den statrionären Tower, wurde ein Ersatztower vorgehalten auf Basis MLOK-Anhänger. Diese Variation war ein Produkt des NR-14.
Außerdem war ein Reserve-Havarieantenne in original russ. Ausführung vorhanden. Mit 20m Steckmasten - wie sie bei den mobilen PAR-8/PAR-10 Verwendung fanden. Eingelagert in einem Nebenraum des NMP.
Bis zur Übernahme der Technik durch Personal des TG-44, erfolgten Wartung, Pflege und Betrieb durch NFWL-14.
Nach der Wende von 1989 wurde der Platz Anfang 1990 wieder rückgebaut.

Nach Aussage seitens NFWL-14 wird zum NMP Objekt 5020 in der Literatur obskures geschrieben.
So von einer Antennenanlage mit Funkfeuern von 1 Kw - so dass dann statt Funkfeuer APR-8 hätten APR-7 im Bunker hätten gestanden haben müssen.
Dies war jedoch nicht der Fall. Die Antennenanlage des Funkfeuers gibt keinen Hinweis auf die verwendete Sendeleistung - da die Antennen für die schwächeren PAR-8/APR-8 und der Dendeleistung stärkeren APR-7 gleich waren.
Auch wurde der NMP nicht verspätet gegenüber den sonstigen Objekt 5020 feriggestellt oder ausgestattet.
Die nachrichten-und flugsicherungstechnische Ausstattung von NMP, Tower, Flugfeld erfolgte zum gleichen Zeitpunkt. Erst danach erfolgte der erste Hubschrauberanflug und die offizielle Überabe.
Der Bau von Gebäuden, Bunker und Landebahn erfolgte durch VEB Spezialbau Bernau.
Nur das eben wie üblich, die Bauten nacheinander errichtet wurden und der NMP halt der letzte Bau dann war.

Als der HSA-Zaun des NMP noch nicht fertig war, erfolgte eine separate personelle Bewachung durch Posten.

Es wurde berichtet, dass während der Bauzeit regelmäßig von aliierten Kleinflugzeugen ( MVM) zwecks Aufklärung überflogen wurden.
Zur Erschwerung der Aufklärungstätigkeit waren die Kfz Kennzeichen der im Objekt befindlichen Fahrzeuge abzudecken.
Insgesamt jedoch ein Hinweis, dass dieses Objekt damals dann doch nicht so geheim war, wie es uns immer vorgespielt wurden. Denn NATO hatte Kenntnis davon und durch die Überflüge sicher beste Aufklärungsergebnisse.

Vor Übernahme des Objektes durch das TG-44 hatte durch NFWL-14 Personal eine Unterweisung in Bedienung und Wartung der flugsicherungstechnischen Anlagen von mehreren Personen des MfS Stammpersonals zu erfolgen.
Dieses Personal war ürsprünglich an der OHS LSK/LV ausgebildet worden und danach zum MfS gewechselt und hatte in besonderen Situationen den Platz zu besetzen und zu bedienen..

Wir danken Andy vom NFWL-14 für ergänzende Daten !