Einführung der Anordnung OTD und des einheitlichen Nummernsystem in der Nachrichtenzentrale

 

Die Anleitung A 040/1/009 des Chef Hauptstab NVA über Nachrichtenbetriebsdienst als Operativ- Technischen Dienst ( OTD) wurde ab 01.12.1982 in die NVA eingeführt- und damit auch beim Nachrichtenbetriebsamt.

Grundlage dieser Anleitung war eine Empfehlung des Stabes der Vereinten Streitkräfte in Moskau.

 

Und genau dieses war dann auch inhaltlich zu spüren.

Ausgangspunkt waren offensichtlich feldmäßig entfaltete Nachrichtenzentralen mit einem Richtfunktrupp, einer Fernsprechhandvermittlung und einer Fernschreibmaschine nach russischem Vorbild.

In KEINER Weise wurde diese Anleitung den Ansprüchen einer hochmodernen und vielfältigen stationären Nachrichtenzentrale gerecht, wie sie bei uns im Dienste stand.

Es kann auch die Sichtweise vertreten werden, dass in einigen Passagen die Umsetzung der OTD ein Rückschritt in der Organisation unseres stationären Betriebsdienstes erfolgte.

 

 

Diese Anleitung bestimmte u.a. :

-         Sicherstellung für den Austausch von Informationen unter voller Gefechtsbereitschaft

-         Die gedeckte Übermittlung von Informationen in jeder Lage

-         Die Gewährleistung des Technischen Betriebsdienstes ( TBD)

-         Die Einhaltung von Laufzeiten bei Zustellung von Informationen ( Fernschreiben)

-         Gewährleistung des Zeitdienstes auf Nachrichtenzentralen ( damit wir auch die Moskauer Zeit hatten )

-         Sicherstellung von Führungsverbindungen

-         Für jeden Gefechtsposten eine eigene Dienstanweisung zum Gefechtsdienst

 

Die OTD bestimmte Grundlagen wie:

-         der Schalt –und Betriebsorganisation

-         der Organisation des Betriebsdienstes

-         der Sicherstellung eines Informationsaustausches

-         Befehls- und Meldewege

-         Analysen der Instandhaltung

-         Einheitliche Erarbeitung von Dokumenten

 

Aus dieser Anleitung ergab sich auch der Einsatz eines Diensthabenden Technischer Betriebsdienst ( TBD) im  Nachrichtenführungsraum des NBA nach Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft.

 

Aufwand und Nutzen dieser Anleitung standen in keinem Verhältnis.

 

Hintergrund war wohl- Kolja kommt im Krieg mit seiner zweiten Staffel und russische Soldaten übernehmen den Betriebsdienst auf der Nachrichtenzentrale ohne notwendige Einweisungen oder Kenntnisse. Denn für jeden Gefechtsposten gab es ja eine eigene Dienstanweisung für dessen Handeln im Betriebsdienst.

Es muss einfach mal so sarkastisch dargestellt werden.

 

Irgendwie gibt die Erinnerung her, dass wir das ganze Ding bald in die unterste Schublade verbannt hatten.

Jedoch kam bei jeder Inspektion ein Theoretiker unter den Offizieren auf die „mangelnde“ Umsetzung der OTD.

 

Jedoch war auch bei anderen Nachrichtenzentralen , wie der Hauptnachrichtenzentrale des MfNV, zu beobachten- dass deren Leiter mit Inbrunst die OTD umsetzten.

Kein Wunder- auch Theoretiker.

 

 

 

Mit dieser OTD kam auch die Einführung eines einheitlichen Nummernsystems in der Nachrichtenzentrale.

Auf Grund der OTD wurde für alle Elemente in mobilen und stationären Nachrichtenzentralen ein einheitliches Nummernsystem eingeführt.

Danach wurden die Elemente der Nachrichtenzentrale ( im NBA die Zentralen ) mit P = Posten und einer 3-stelligen Zahl gekennzeichnet.

Auffällig war dabei, dass für die Wählnebenstellenanlage ( GWN, BASA, ATZ, MSN..) kein Posten vorgesehen war. Eigentlich kein Wunder, denn der Russe kannte im Feld nur die Handvermittlung.

Und so wurde z.Bsp. in der Hauptnachrichtenzentrale des MfNV infolge fehlenden Durchblick die Nebenstellenanlage einfach der Fernsprechvermittlung zugeordnet.

Dem fehlte dann natürlich fachlich und betriebstechnisch jede Grundlage.

 

Viele Bunkerspechte finden heute noch die Hinterlassenschaften der Beschriftung dieser Posten und Gefechtsposten an Bunkertüren—und es fehlt denen an jeder Deutung.

 

Bedeutung :

P-100 = Fernschreibzentrale

P-200 = Fernsprechzentrale

P-300 = Kanalbildung ( Übertragungstechnik)

P-500 = SAS und Chiffrierzentrale

P-600 = Funkempfangszentrale

P-700 = Funksensezentrale

P-800 = Kurier- und Feldpostzentrale

P-900 = Stromversorgung

 

Also wurden alle Zugangstüren zu den Zentralen mit derartiger Beschriftung versehen.

 

In den Posten wurden die nachgeordneten Gruppen/Personen als Gefechtsposten ( GP) bezeichnet. Jedem GP wurde eine drei oder vierstellige Zahl zugeordnet. Wobei die 1. Ziffer auf den Posten verwies.

 

Also wurde der Führungspunkt der Posten ( Schichtführer / Zentralenleiter Arbeitsplatz) der GP x10.

Für Führungspunkt Fernschreibzentrale GP 110

Für Führungspunkt Fernsprechzentrale GP 210

usw.

 

Für die Fernsprechvermittlung GP 230

-         nur toll..  es standen im Kdo statt einer Fernsprechvermittlung 4 unterschiedliche.—

Für die Fernschreibhandvermittlung GP 130..

usw.

 

Aber es ging ja noch weiter:

Analog dieser Bezeichnungen wurde dann das diensttuende Personal auch noch beziffert mit DGP = Diensthabender des Gefechtsposten und einer 3 bzw. 4-stelligen Zahl. Wobei Ziffer 1 auf den Posten verwies und Ziffer 2 auf den GP und die 3. Ziffer auf die Funktion.

Damit hieß dann der diensthabende Fernsprecher am Bedienplatz ( oje- wir hatten oft 4 Fernsprecher an 4 Bedienplätzen, die sich dann auch noch untereinander aushalfen, da Stabsvermittlung und Führungsvermittlung je 2 parallele Bedienplätze hatten)... des Gefechtsposten Fernsprechvermittlung ( GP 230) des Posten Fernsprechzentrale ( P200) als DGP 231.

Und was war dann der Fernsprecher mit gleichzeitig Schichtleiter und Vermittlung ?

DGP 211 oder 231 ?

 

Das kam ja alles „ voll aus der Praxis“ ?

Einige werden sich sicher noch daran erinnern.

 

Für die KNZ ist das heute kaum noch hin zu bekommen. Mal schauen:

 

P100 die Fernschreibzentrale

GP 110 der Führungspunkt

GP 120 Fernschreibplatz

GP 130 Fernschreibvermittlung

 

P200 die Fernsprechzentrale

GP 210 der Führungspunkt

GP 220  Amtstisch                   DGP 221- 1. Schicht ZB / DGP 222- 2. Schicht ZB

GP 230 Stabsvermittlung         DGP 231 die 24 Stunden Schicht / DGP 232 2. Schicht

GP 240 Dienstvermittlung       machte DGP 221/222 mit da Nebenplatz

 

P300 Übertragungsstelle

GP 310 Führungspunkt

GP 320 HVT      der DGP 321 Leiter VH; DGP 322 DH VH

GP 330 Basa/ Wählersaal   DGP 331 DH Wählersaal

GP 340 Richtfunk        der DGP 391 machte alles

GP 350 WT

GP 390 TF

 

P 500 SAS-und Chiffrierzentrale

Derzeit keine Daten dazu vorhanden

GP 510  Führungspunkt

GP 520 SAS Fernsprechvermittlung ?

GP 530 SAS Fernschreib ?

GP 540 Abfertigung ?

 

P 600 Funkempfangszentrale im U2

GP 610 Funküberwachung ?

 

P 700 Funksendezentrale im U2

GP 710 Führungspunkt = Wachleiter

GP 720 Funk

GP 730 Ableser/ Koordinatenfunk

P 800 Kurier-und Feldpostzentrale im U4

Aufteilung ?

 

P900 Stromversorgung

War ja nur ein ZB