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- der Zentrale Gefechtsstand ZGS LSK/LV--
 
 
 



         
  Der Zentrale Gefechtsstand der LSK/LV DDR war in seiner Geschichte nicht nur auf den Standort Fürstenwalde zu beziehen. Denn der ZGS und der ZWGS haben eine doch wechselvolle Geschichte.

Historie:
Vorgänger des ZGS war der Zentrale Posten der Luftverteidigung ab 1956
sowie der Hauptdispatcherpunkt bzw. danach Zentrale Flugüberwachung der Luftstreitkräfte.

Der Zentrale Posten war im Gebäude U1 der Kaserne Eggersdorf/Strausberg untergebracht.
Im Mai 1958 Verlegte die Zentrale Flugüberwachung von Cottbus nach Eggersdorf/Strausberg und bezog im Gebäude U1 eigenständige Räume.

ZGS Eggersdorf:
Im Dezember 1957 nahm der ZGS LSK/LV ( im Aufbau) seine Arbeit oberirdisch im Gebäude U1 des Objektes Eggersdorf auf - durch Umbenennung des Zentralen Posten.
Erster Leiter: Oberst Böhme.

Zum Zeitpunkt der Verlegung der Zentralen Flugüberwachung nach Eggersdorf U1, war im Gebäude U2 bereits die Baumaßnahme zur Unterbringung des ZGS in vollem Gange.
Diese Zentrale Flugüberwachung blieb noch einige Zeit selbständiges Flugsicherungsorgan im Zusammenwirken mit dem ZGS.
Erst im Laufe der Entwicklung ( etwa 1961 ) wurde die Flugüberwachung ein Gefechztsabschnitt des ZGS mit dann nachfolgend ändernden Bezeichnungen des Gefechtsabschnittes / Flugüberwachung, Kontrollgruppe, Gruppe Eigene ).

Inberiebnahme des ZGS LSK/LV in Eggersdorf Gebäude U2 in 1959.
Am 07.12.1959 begann die Führung des Gefechtsdienstes /DHS der LSK/LV vom ZGS Eggersdorf im Gebäude U2 unter fernmeldetechnischer Sicherstellung durch das NB-2 und der NBK bzw. ab 01.01.1960 durch das neu gebildete Nachrichtenregiment-19.
Viele kennen noch den ZGS
in oberirdischen Räumen in Teilen des Gebäudes U2 und in einem Anbau am Gebäude U2 ( dem späteren OTAZ) im Stabsbereich des Kdo LSK/LV.
In diesem Anbau ( später OTAZ ) wurde die tägliche Cheflage im dortigen Führungsraum abgehalten.
Bei Auslösung höherer Stufen der Gefechtsbereitschaft zog dort ein Teil der erweiterten Besatzung des ZGS ein.
Das Zentrum des ZGS - der Führungsraum - befand sich ca. mittig des Gebäudes U2. Dort war das Gebäude über 2 Ebenen ( 1. OG und 2. OG) entkernt und als Führungsraum ausgestattet.
Für die Darstellung der Luftlage gab es noch kein automatisiertes Führungssystem.
Die Flugdaten der Luftfahrzeuge wurden von den Gefechtsständen der 1. LVD und 3. LVD über Funk und Direkt-Sprech-Fernverbindungen zum Zeichner im ZGS gelesen/gesprochen.
Durch den Auswerter/ Zeichner wurden diese durchgegebenen Flugdaten in Spiegelschrift auf eine große Plexiglaswand ( mit DDR-Grundriß drauf) gezeichnet.
Der Auswerter /Zeichner stand dazu hinter der Plexiglaswand - darum Spielschrift- und die Diensthanbenden Kräfte innerhalb des Führungsraumes konnten dann auf der Plexiglaswand von vorn die Luftlagedarstellungen in normaler Schreibweise sehen.
Jedoch gab es auch im ZGS Ableser, die diese dargestellte Luftlage ablasen und zum Hauptgefechtsstand GSSD Wünsdorf, zum Hauptgefechtsstand Luftverteidigung West Minsk, zum Gefechtsstand LSK/LV Warschau, zum Gefechtsstand LSK/LV Prag durchsprachen.
Wobei dieses durchsprechen erst einmal zum Koordinatenfunker ging und dieser dann die Flugkoordinaten zu den anderen Gefechtsständen funkte.

Der ZGS LSK/LV Eggersdorf -schematisch
Der ZGS LSK/LV Eggersdorf Anbau
Der ZGS LSK/LV Eggersdorf Eingang Anbau
Der ZGS LSK/LV Eggersdorf Hinteransicht Anbau


Von dieser Location aus führte der ZGS als Knotenpunkt allen Handelns die Luftsteitkräfte und die Luftverteidigung im Diensthabenden System (DHS) der Luftverteidigung.

Im Jahre 1959 erhielt der ZGS die ersten 2 Draht-Nachrichtenverbindungen zur Luftverteidigung Polens in Warschau und Wroclaw.
Am 02.11.1961 21 Uhr wurde die erste KW-Funkverbindung des ZGS zum ZGS LSK/LV der sowjetischen Streitkräfte in Moskau hergestellt- durch mobile Feld-Funksendemittel des Nachrichtenregiment-19 Waldsieversdorf.
Sämtliche Nachrichtenverbindungen der LVD und des Zusammenwirkens wurden zum ZGS organisiert. Jedoch basaß der ZGS zu beginn noch KEINE Draht-oder Richtfunkverbindungen zu den Luftverteidigungsdivisionen-- der gesamte Kommunikationsbedarf wurde über einige wenige Funkverbindungen abgewickelt.

Draht-Nachrichtenverbindungen des ZGS 1961/62

Was in anderen Medien bisher nicht abgebildet wurde, ab dem Zeitpunkt X verfügte das Kdo LSK/LV für seine Führungsverbindungen und den Führungsverbindungen des ZGS Eggersdorf über TF- Linien ( Kanalgruppen) von Eggersdorf nach Trollenhagen sowie nach Cottbus/Kolkwitz mit der Übertragungstechnik Z-8 ( =8 Fernsprechkanäle pro TF-Linie).
Diese Übertragungsstrecken wurden damals zum Großteil über Freileitungen geführt und mussten in bestimmten Abständen mit Verstärkertechnik ausgestattet sein.
In Eggersdorf standen die Z-8 Geräte im Stabsgebäude in den Räumen der Nachrichtenzentrale.

Erst mit Errichtung der stationären verbunkerten Richtfunkachse erfolgte ab 1965 der Aufbau von Richtfunkverbindungen zum ZGS und zu den Luftverteidigungsdivisionen und damit war die Bereitstellung einiger weniger Sprechverbindungen für den ZGS über Richtfunk möglich.

Selbst das bekannte Funksendeamt 1 in Limsdorf (FSA-1) gab es damals noch nicht. Die Sicherstellung der Funkverbindungen erfolgte ab 1957 über mobile Sendeanlagen am ZGS Eggersdorf.

Funksicherstellung für den ZGS

Der ZGS Eggersdorf arbeitete in den 60ger Jahren auch zur Jägerleitung.
Zu diesem Zwecke erfolgte der Betrieb des Gerät R-825 im ZGS Eggersdorf. Dessen Antenne auf dem Mast im hinteren Bereich des ZGS-Geländes angebracht wurde.

Grundlage für die Einrichtung eines Bunkers Zentraler Gefechtsstand der LSK/LV war der Beschluss auf der 10. Tagung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR vom 06.04.1962 über die Schaffung unterirdischer Führungsstellen und dem Aufbau eines einheitlichen Systems der Luftverteidigung.

Daraus folgend übernahm 1962 das MfNV/ Kdo LSK/LV das Bauvorhaben " Sonderbaustab-22" der Abteilung Luftschutz im Fuchsbau Fürstenwalde und bis 1965 konnte die Fertigstellung des Bunkers erfolgen.

Der Zentrale Wechselgefechtsstand (ZWGS) war vom 16.07.1965 bis 1975 im "Fuchsbau" Fürstenwalde unter der Tarnbezeichnung "Prüfstelle".
Ab 1975 begannen im "Fuchsbau" die Erweiterungsarbeiten und der ZWGS wurde daraufhin in der Bunkeranlage Ranzig/Beeskow, (der späteren RFS), eingerichtet.
   
  Im Jahre 1977 erfolgte im "Fuchsbau" die Fertigstellung des Neubaus und der Einbau des automatisierten Führungssystems "ALMAS 2".
Es erfolgte eine Testphase unter Tarnbezeichnungen wie "SZ-3 (Sendezentrum 3)" oder "FBZ Raduga".
Im Jahre 1978 wird der ZGS vom Kdo LSK/LV Eggersdorf zum "Fuchsbau" Fürstenwalde verlegt und der ZGS-14 beginnt im "FBZ Raduga" am 01.11.1978 seinen Dienst zur Führung des DHS. Damaliger Leiter des FBZ: Oberst Schmidt
Die Umorganisation sämtlicher Nachrichtenverbindungen des ZGS zum Standort Fürstenwalde forderte ein höchstmaß an organisatorischen und technischen Können von den Technikern in den Nachrichtenzentralen. Es gelang jedoch, eine unterbrechungsfreie Umschaltung der Nachrichtenverbindungen unter andauernder Beibehaltung der Führungsfähigkeit des ZGS ( für eine gewissen kurze Zeitpunkt von 2 Standorten) zu gewährleisten.

ZGS Fürstenwalde:
Dieser Umzug des ZGS 1978 erfolgte auf Umwegen und mit Geheimhaltung.
Zuerst wurde der damalige ZWGS in Ranzig bezogen und von dort die DHS Führung übernommen.
Erst anschließend erfolgte von dort die Rückgabe der DHS-Führung zum ZGS - diesmal nicht nach Eggersdorf sondern nach Fürstenwalde.
Diese Maßnahme der Täuschung hatte erfolg, denn die Bundeswehr suchte 1990 den ZGS noch in Eggersdorf.

Ab 1987 begann der Austausch von Verbindungsoffizieren mit dem VGS LSK/LV der GSSD in Wünsdorf.
Damit konnte die Koordinierung und Abstimmung der getrennt arbeitenden Luftverteidigungssysteme verbessert werden.
Dieser Einsatz erfolgte bereits im Vorgriff auf die später eingeführten Luftverteidigungszonen, in denen NVA-LV-Verbände GSSD Kommandeuren direkt für den Einsatz unterstellt wurden.

Als ZGS-14 erfolgte die tägliche Führung des DHS bis zum Tag der Vereinigung 1990.
Nach der Übernahme durch die Bundeswehr wurde dort der Gefechtsstand des Luftverteidigungssektor 5 aufgestellt, ebenso wie das Radarführungskommando 3, die SAR-Leitstelle Ost und die Geophysikalische Beobachtungsstelle.
Mit Aussonderung des Bunker aus dem Bestand der Bundeswehr endet die milit. Geschichte als ZGS LSK/LV bzw. GS LV Sktr.5.

Grundlage für die Einrichtung eines Bunkers Zentraler Gefechtsstand der LSK/LV war der Beschluss auf der 10. Tagung des Nationalen Verteidigungsrates der DDR vom 06.04.1962 über die Schaffung unterirdischer Führungsstellen und dem Aufbau eines einheitlichen Systems der Luftverteidigung.

Anmerkung: Im Beitrag zum ZGS auf Wikipedia gibts einen Fehler. Dort steht zu Automatisierten Führungs-und Leitsystem: ... ALMAS für Übermittlung nach außen und System ARKONA für Übermittlung nach innen ... (sinngemäß).
Nur: Das System ARKONA lief in der LSK/LV NVA nor garnicht. Außer 2 Versuchsstrecken. Vollnutzung erfolgte erst nach Oktober 1990 durch die Bundeswehr !
Statt ARKONA müsste dort stehen "WOSDUCH", denn das AFLS Wosduch sicherte den Inneren Übertragungsbereich von der Radarstation mit zum Fliegergeschwader oder FlaRAk oder ZGS !

Leiter/ Kommandeure des ZGS waren:
Oberst Böhme
Oberst Siegel
Oberst Cartsburg
Oberst Schmidt

   
     
 

letzter Kommandeur/Leiter ZGS-14: Oberst Jedmin

ZGS in Daten (1)
ZGS in Daten (2)